Fragen zur Trinkwasseruntersuchung

Für welche Häuser besteht die Pflicht zur Legionellenprüfung?

 

Von der Prüfpflicht betroffen sind

ü  alle Häuser ab drei Wohneinheiten

ü  und einem Trinkwasserspeicher von mehr als 400 Litern

ü  oder mit einem Fassungsvermögen von mindestens 3 Liter in der Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwasserspeichers und der weitest entfernten Entnahmestelle im Haus, z.B. in der Dachgeschosswohnung.

 

Von der Prüfpflicht befreit sind

 ü  Ein- und Zweifamilienhäuser, da sie nicht zu Großanlagen der Trinkwassererwärmung zählen.

 

Anders ist es bei der Eigentümergemeinschaft, diese kann nur dann darauf verzichten, wenn keine Wohnung im Haus vermietet ist.

 

Wie oft muss die Untersuchung stattfinden?

Soweit kein negativer Befund vorliegt, muss die Untersuchung mindestens alle 3 Jahre durchgeführt werden. Bei Legionellen-Befall kann das jeweilig zuständige Gesundheitsamt das Untersuchungsintervall verkürzen und eine jährliche Prüfung anordnen. Wenn die Grenzwerte überschritten werden, besteht auf jeden Fall die Verpflichtung, die Großanlagen zur Trinkwassererwärmung dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt ist daher verpflichtend, wenn die Legionellen-Konzentration den technischen Maßnahmenwert von 100 KBE je 100 ml überschreitet. Wer die Pflichten verletzt, kann im schlimmsten Fall den Tatbestand der Straf- und Ordnungswidrigkeit erfüllen oder einen zivilrechtlichen Prozess riskieren. Auch sind die angedrohten Bußgelder von bis zu 25.000 Euro das Risiko nicht wert, sich der Trinkwasserüberprüfung zu entziehen.

 

Wo werden die Proben entnommen?

Die TrinkwV 2011 fordert die Bereitstellung geeigneter Probeentnahmestellen am Eingang und Ausgang der Trinkwassererwärmungsanlage und der am weitest entfernten Entnahmestelle je Steigstrang.

 

Dies bedeutet mindestens folgende Prüfstellen

ü  Ausgang der Trinkwassererwärmungsanlage

ü  Zirkulationsleitung bei Eintritt in die Trinkwassererwärmungsanlage

ü  Entfernteste Entnahmestelle je Steigstrang, z.B. am Waschtisch der DG Wohnung

 

Die Entnahme der Wasserprobe erfolgt am besten über abflammbare Probenahmeventile mit Auslaufröhrchen. Duschen mit angeschlossenem Schlauch und Duschkopf eignen sich nicht als Entnahmestelle, obwohl gerade diese im Fokus der TrinkwV stehen, da hier keine ausreichende Desinfektion vor der Probeentnahme durchgeführt werden kann.

 

Wer führt die Probeentnahme und Prüfung durch?

Die Probeentnahme erfolgt nur durch einen gem. DIN EN ISO 19458 zertifizierten Probenehmer. In dieser Richtlinie werden alle Bedingungen für die Probeentnahme zur Legionellen-Untersuchung genau beschrieben. Diese besonderen Ansprüche an den Probenehmer unterstreichen, wie wichtig der Prozess bei der Wasserentnahme, vor der Laboruntersuchung, im Hinblick auf ein verwertbares Ergebnis ist. Neben der sterilen Wasserentnahme werden wichtige Parameter wie Anlagen- und Wassertemperaturen, Geruch, Färbung, Trübung etc. festgestellt und dokumentiert. Die Proben gelangen in zugelassenen und transportgesicherten Behältnissen innerhalb von 24 Stunden in das Prüflabor. Das akkreditierte Labor führt schließlich die mikrobiologische Analyse durch. Das Analyseergebnis liegt ca. 8-10 Tage nach den Probenahmen vor.

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